Schematherapie
Eine aktuelle Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie
Schematherapie
Die Schematherapie nach J. Young ist eine aktuelle Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie welche Elemente aus psychodynamischen Konzepten und anderen bewährten Therapieverfahren, wie z. B. der Transaktionsanalyse, der Hypnotherapie und der Gestalttherapie vereint.
Die Schematherapie ist besonders wirksam bei chronischen psychischen Problemen und Menschen mit klinisch relevanten Persönlichkeitszügen bzw. Persönlichkeitsstörungen.
Die Schematherapie geht davon aus, dass in der Kindheit und im Verlauf des Lebens Schemata, d. h. Verhaltensmuster, erworben werden, die Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperempfindungen beinhalten und das Verhalten ungünstig beeinflussen können.
Ungünstige bzw. dysfunktionale Schemata entstehen häufig durch belastende Kindheitserlebnisse, die auf der Verletzung menschlicher Grundbedürfnisse, nach Bindung, Kontrolle/Orientierung, Selbstwerterhöhung/-schutz und Lust/Unlustvermeidung (siehe Grawe, 1998 in Rödiger, 2011), basieren. Dabei sind traumatische Erlebnisse oder die Erfahrung der Nichterfüllung wesentlicher Grundbedürfnisse durch die frühen Bezugspersonen besonders wichtig.
Im Vordergrund der Schematherapie steht das emotionale Erleben des Klienten, das durch emotionsaktivierende Techniken (z.B. Stuhldialoge, Imaginationsübungen) leichter zugänglich gemacht werden soll. Die Biografie wird stärker als in der KVT eingebunden und aktuelle Probleme auf ungünstige Entwicklungsbedingungen zurückgeführt. Die Therapiebeziehung nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein, da durch eine verstärkte Beteiligung des Therapeuten/-in sowohl eine “begrenzte elterliche Fürsorge” als auch veränderte Interaktionsmuster verwirklicht werden sollen.
Die Therapie zielt darauf ab, selbstschädigende Schemata zu erkennen und in den Hintergrund treten zu lassen und gleichzeitig positive "selbstfördernde" Schemata zu stärken.